Der Weg eines Notrufs
Ein Notruf über die 112 geht zunächst bei der Leitstelle ein. Für Leichlingen ist das die Kreisleitstelle des Rheinisch-Bergischen Kreises in Bergisch Gladbach. Dort wird die Lage abgefragt und entschieden, welche Einheiten alarmiert werden.
Stille Alarmierung
Unsere Ehrenamtlichen tragen Funkmeldeempfänger (Pager). Im Alarmfall erhalten sie darüber lautlos das Einsatzstichwort und den Ort – egal ob bei der Arbeit, zu Hause oder nachts.
Ausrücken
Die alarmierten Kräfte eilen zum Gerätehaus, rüsten sich aus und rücken mit den Fahrzeugen zur Einsatzstelle aus. Ziel ist es, schnellstmöglich vor Ort zu sein.
Alarmierung in Leichlingen – früher und heute
Die Anfänge: eigenständige Alarmierung ab den 1980er-Jahren
Mit dem Bau der Feuerwache 1 Am Wallgraben in den 1980er-Jahren war es der Feuerwehr Leichlingen erstmals möglich, über einen Alarmgeber im analogen 4-m-Funkband eigenständig zu alarmieren – also die eigenen Kräfte zu rufen und die Sirenen im Stadtgebiet auszulösen. Die Mittel dafür hatte der damalige Wehrleiter Herbert Wieden Anfang der 1980er-Jahre im Haushalt der Stadt Leichlingen beantragt.
Die Einsatzzentrale „Florian Berga 4"
Wurde die Feuerwehr durch die Kreisleitstelle alarmiert, besetzten die Einsatzkräfte die Einsatzzentrale „Florian Berga 4".
Foto: Die Einsatzzentrale im Jahr 1988 (Original-Foto mit KI farblich rekonstruiert)
Von dort aus lenkten sie die Einsätze und führten zum Beispiel Nachalarmierungen durch. Bei besonderen Lagen oder auf Anforderung war die Wache – und damit die Einsatzzentrale – sogar rund um die Uhr besetzt und nahm Notrufe entgegen. Die damalige Durchwahl zur Wache, die 2042, ist bis heute aktiv. Anfangs war sogar der Notruf 112 direkt auf die Wache Am Wallgraben bzw. zum damaligen Wehrleiter Herbert Wieden nach Hause aufgeschaltet. Am 10. Juni 1987 um 14:00 Uhr war es dann so weit: Der bis dahin in Leichlingen selbst verwaltete Notruf 112 wurde auf die Kreisleitstelle nach Bergisch Gladbach aufgeschaltet. Von dort aus werden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Leichlingen sowie der sieben weiteren Städte und Gemeinden des Rheinisch-Bergischen Kreises alarmiert und koordiniert.
Von der Sirene zur stillen Alarmierung
Eingeführt wurde die lautlose – auch „stille" – Alarmierung in Leichlingen bereits 1983. Als erster Löschzug der Stadt erhielten die Mitglieder des Löschzugs 1 die Funkmeldeempfänger (kurz FME), im Feuerwehralltag „Piepser" genannt. In den 1990er-Jahren konnte dann nach und nach jede Einsatzkraft mit einem solchen Funkmeldeempfänger ausgestattet werden. Mit so einem analogen Funkmeldeempfänger musste die Kreisleitstelle zur damaligen Zeit eine Durchsage machen und die Einsatzinformationen über Funk mitteilen. Auch wenn jede Einsatzkraft einen Funkmelder mit sich trug, liefen dennoch bei jedem Einsatz zusätzlich die Sirenen mit.
Alarmierung heute
Heute werden die Einsatzkräfte der Feuerwehr ausschließlich „still" über digitale Funkmeldeempfänger (kurz DME) alarmiert. Auf den Funkmeldeempfänger werden alle wichtigen Informationen zu einem Einsatz angezeigt. Mit einem kurzen Schlagwort wird die Einsatzart beschrieben. Die Adresse des Einsatzortes wird ebenfalls im Text angezeigt. Zusätzlich hat die Kreisleitstelle die Möglichkeit einen Freitext mit weiteren Inforationen hinzuzufügen. Neben der Alarmierung per DME, steht uns die Möglichkeit einer app-basierten Zusatzalarmierung auf dem Smartphone zur Verfügung. Die Sirenen kommen nur noch zur Warnung und Entwarnung der Bevölkerung zum Einsatz. Also nur dann wenn Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht.
Einsatzzentrale bei besonderen Lagen
Auch heute wird die Einsatzzentrale bei besonderen Lagen wie Unwettern oder Großschadenslagen besetzt, um die Kreisleitstelle bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Mit Umstellung der Funkrufnamensystematik bei der Einführung des Digitalfunkes in NRW, änderte sich der Funkrufname zu "Florian Leichlingen"
In Kürze steht der Einsatzzentrale zudem eine wichtige Modernisierungsmaßnahme bevor – denn über die Jahre haben sich auch die Anforderungen verändert.
